Die Örtlichkeit

Untergebracht sind wir in kleinen Ferienhäusern (Hailuodon Majakkapiha) am westlichen Rand von Hailuoto.

Daten von OpenStreetMap

Im kleinen Restaurant werden wir 3x am Tag verpflegt. Es gibt ein ausführliches Frühstück und zwei warme Malzeiten. Bei der Kälte verbrennt man das problemlos. Die Logistik und der Betrieb ist super-effizient, die Wege sind kurz.

Im Hafen haben wir ein Haus, von dem wir den SUMO aus fliegen und an der Technik arbeiten können.

Der bebop2met Quadcopter wird wegen der eingeschränkten Flugzeit direkt vom Eis aus betrieben.

Danger Area

Für die Flüge außerhalb der Sichtweite wurde die Danger Area EFD451 eingerichtet. Damit können wir in einem etwa 4km x 4km großen Bereich bis zu 6500 Fuß hoch fliegen.

Die Messdaten des SUMO Fliegers können während des Fluges auf einem zweiten Laptop analysiert werden.

Geflogen wird in einer Korkenzieher-Spirale nach oben, dort wird ein kompletter Kreis geflogen und es geht in der gleichen Spirale (ohne Antrieb) wieder hinunter. Das SODAR funktioniert bis etwa 650m und die Messwerte können verglichen werden.

DasWetter

Für den Bebop2 Quadcopter wurde eine simple Regelung zur Windmessung geschrieben. Es wird versucht, die Querlage (roll) auf Null zu bringen, um sich so gegen den Wind auszurichten. Ab einer gewissen Windstärke und bei unverwirbeltem, klarem Windstrom funktioniert das gut. Die Windgeschwindigkeit soll später aus der Neigung bestimmt werden.

Das SODAR wird aufgebaut. Ein Lautsprecherarray schickt einen sehr lauten, hörbaren Ton in die Luft und nimmt mit Mikrofonen die „Antwort“ der Atmosphäre auf.

Anhand der Reflektionen an den unterschiedlich warmen Luftschichten kann die Windrichtung und Windgeschwindigkeit bestimmt werden.

Mittags zieht sich eine Wolkenschicht über den Himmel, es fängt nachmittags an zu schneien. Während des Abendbrots sehen wir in der Vorhersage, dass das Wetter die ganze Woche so bleiben soll. Vielleicht öffnet sich nachts nochmal ein Fenster.

Für die Messungen ist eine stabile Grenzschicht nötig. Klarer Himmel ohne Wolken und kalte Luft wären dazu ideal. Wir bereiten uns auf Flüge in der Nacht vor, am Ende fliegen wir aber nicht mehr. Zwischendurch schauen wir Raketenstart.

Komisches Eis

Den ganzen Tag ist es diesig. Der Leuchtturm verschwindet im Nebel und man sieht keinen Horizont.

Alles ist überzogen mit feinen gewachsenen Eiskristallen. Beim Laufen darin entsteht ein klimperndes Rauschen.

Der 10m Mast wird aufgestellt und die Instrumente angeschlossen. Die Verankerung geschieht über Holzstäbe, die in gebohrten Löchern schnell festfrieren.

Am späten Nachmittag fliegen wir einige tiefe Kreise mit den SUMOs. Die Feuchtigkeit schlägt sich umgehend in Form von Eis an Propeller und Flügelvorderkante nieder.

Die Leistung des Flugzeugs lässt mit der veränderten Oberfläche der Tragflächen und des Propellers etwas nach. Wir landen, bevor es kritisch ist. Wie gut, dass es für manntragende Flieger Enteisung gibt.

Aufbau

Leider hat der letzte Sturm das Meereseis am Strand zu 4m hohen Wällen aufgetürmt. Das stört beim Starten und Landen der unbemannten Flugzeuge, verändert aber vor allem die meteorologischen Verhältnisse.

Die Messgeräte müssen hinter den Wällen weit hinaus auf dem Eis installiert werden.

Aufrichten werden wir den Masten erst morgen früh.

Fähre

Wir sind zurück in Finnland (von der ersten Reise wird weiter unten noch berichtet werden). Vor der Insel Hailuoto ganz im Norden Finnlands werden wir Messungen über dem Eis des Bottnischen Meerbusens machen (das ist die nördliche Fortsetzung der Ostsee).

Letztes Jahr konnten wir noch mit dem Auto über das Eis fahren, dieses Jahr ist es noch zu schwach (25cm statt der erforderlichen 40cm). Wir nehmen die kostenlose Fähre. Mit 3MW Diesel-elektrischer Leistung schiebt sie sich durch die aufgebrochene Fahrrinne, minimal sind nur 30cm Wasser unter dem Kiel. Am Horizont sieht man Lichter eines Eisbrechers, der darauf wartet, Schiffe mit Holzladung aus Oulu eine Rinne zu brechen.

In Deutschand sorgte das Schmuddelwetter um die Null Grad für eine Enteisung des Fliegers. Hier im Norden ist es mit -12°C knackig kalt und klar.

Zuschlag

Es geht nochmal raus zur Station zu ein paar experimentellen Flügen.

Fram

Wir testen den Quadcopter, letztlich war neben den SUMO Meßflügen aber zu wenig Zeit (und Sonnenlicht) für Neues.

Fram

Auf dem Heimweg zu UNIS halten wir am Strand und machen einen letzten Flug mit vier Profilen über See/Land. Über der Wassergrenze liegt eine dünne Wolke. Der Sensor für die relative Luftfeuchtigkeit ist den gesamten Flug über in der Sättigung. In den unteren 150m zeigt der PT1000 Temperatursensor eine erratische und offensichtlich zu kalte Temperatur (-12°C gegenüber konstanten -4°C des Feuchtesensors). Wir haben die Flugperformance im Blick – es zeigen sich aber keine Auffälligkeiten.

Fram

Nach der Landung sehen wir, dass die Propellervorderkante und die Flügelspitze mit klarem Eis überzogen ist.

Abbau

Die Nacht hat es stark gestürmt. Der Schnee auf den Bergen ist wie weggefegt. Es gab Sturm mit bis zu 16m/s Wind in 100m Höhe. Nach oben wurde der Wind interessanterweise weniger, in 300m waren es nur noch 10m/s. Trotzdem brachen wir die Profilflüge ab, da keine guten Daten zu erwarten waren.

Scooters

Heute ist der letzte Tag des Outdoor-Teils. Die Gruppen fahren auf Schneescootern und im Raupenfahrzeug hinaus, um die Stationen in den Tälern abzubauen.

Vimeo: Scientific unmanned aircraft over Svalbard

Ein Video aus dem Frühjahr 2014, bei dem die Sonne schon höher am Himmel stand. SUMO fliegt automatisch liegende Achten in etwa 100m über der Station durchs Adventdalen, Start und Landung sind manuell.

Talfliegen

Adventdalen ist das Haupttal, in dessen Mitte die Nordlicht-Station und am Ende der Flughafen liegt. Longyearbyen liegt in einem Nebental dazu (Karte).

Launch Endalen

Samstag ist der Flughafen geschlossen und wir können früher los. Das erste Ziel ist, in mehreren Profilen im schmalen Endalen entlang zu fliegen. An manchen Stellen sind nur 100m Abstand zwischen Flugweg und Tal. Wir fahren mit dem rumpelnden Raupenfahrzeug raus.

Endalen

SUMO fliegt auf mehreren Wegpunkten in das abknickende Tal hinein und kommt dann Profile fliegend von hinten zurück. Für kurze Zeit verschwindet der Flieger hinter seitlich in das Tal hineinragende Kuppen. Sehr ungewohnt. Normalerweise fliegt man ein Modellflugzeug nicht visuell in Terrain. Es funktioniert alles problemlos.

Adventdalen Fjord

Den Rest des Abends geht es wieder zum Strand von Adventdalen für die See/Land Profile. Wegen eines Wetterwechsels werden es sehr interessante Flüge. Kam die Luft die letzten Tage aus westlichen Richtungen vom Meer, so schaltet es jetzt auf kältere östliche Winde vom Land her um. Die Luftmassen interagieren an der Wassergrenze, schieben sich scharfkantig übereinander und vermischen sich nur langsam.

Grill

Der Tag klingt bei gegrillten Würstchen und Lachs aus.